Projekte

Bastelnachmittage

„Wenn das meine Kollegen sehen würden…“ ist ein Satz, der bei Bastelnachmittagen im Knast oft zu hören ist, wenn in der Männerrunde Weihnachtskarten mit Aufklebern verziert oder Herzen ausgeschnitten und auf Bilderrahmen geklebt werden. Dann vergessen harte Kerle, ob Basteln zu ihnen passt. Es passt zur Freundin, die (hoffentlich) draußen bis zur Haftentlassung wartet oder zur Tochter, die draußen ihren 18. Geburtstag feiert. Die Möglichkeit für die Angehörigen draußen eine aufwändige Karte oder ein kleines Geschenk zu basteln, ist bei den Inhaftierten jederzeit willkommen.

Die praktische Anleitung übernehmen Ehrenamtliche aus dem Gefängnisverein, und auch das Material hierfür stellt der Verein zur Verfügung.

Café Luise

Im Herbst 2013 begannen die Vorarbeiten für das Café Luise, das - in Kooperation mit dem Katholischen Gefängnisverein - in Trägerschaft des SKM Rhein-Sieg Kreis e.V. (Verein für Soziale Dienste im Rhein-Sieg Kreis) als Angehörigentreffpunkt betrieben wird.

Die JVA Siegburg stellte geeignete Räumlichkeiten in einer ehemaligen Dienstwohnung auf dem Außengelände in unmittelbarer Nähe zur Pforte zur Verfügung.

Im Herbst 2013 konnten die ersten 6 Personen gefunden und „ausgebildet“ werden, die seit Mitte Januar 2014 das Café ehrenamtlich betreiben. Seit dem Sommer 2014 engagieren sich eine „Stammbesetzung“ von 10 bis 11 Personen in diesem Arbeitsfeld.

Das Café ist an den Besuchertagen geöffnet.

Das bewährte Angebot für alle, die ihre Angehörigen und Freunde in der JVA Siegburg besuchen wollen, ist kostenlos. Gäste heben immer wieder die gemütliche und entspannte Atmosphäre dieses Treffpunktes hervor, der insgesamt gut angenommen wird.

Computerkurs

Ohne Computerkenntnisse läuft in der heutigen Zeit nichts. Das spüren auch unsere Gefangenen bei einer Bewerbung oder bei der Wohnungssuche im Internet. Daher wurde zusammen mit einem Referenten der Computer-Branche im Herbst 2016 ein Konzept für dieses Bildungsangebot erarbeitet und mit der Leitung der JVA Siegburg abgestimmt.

Der Computer-Kurs findet in Kooperation mit dem Kath. Bildungswerk Rhein-Sieg-Kreis e.V. statt, das den Referenten stellt.

Um die technischen Voraussetzungen zu schaffen, wurden die notwendige Hardware und Lizenzen durch den Verein angeschafft.

Die Inhaftierten werden in kleinen Arbeitsgruppen im Umgang mit Computern fit gemacht und können ihre Kenntnisse in Word und Excel aufgefrischen oder neu erwerben.

Kontaktgruppen

In den Kontaktgruppen kommen Ehrenamtliche und Inhaftierte etwa einmal im Monat zusammen. Man tauscht sich aus über Wichtiges und Unwichtiges, man spielt, diskutiert, lacht, klagt und baut sich gegenseitig auf.

Für viele der Inhaftierten ist dies ein wichtiger, oft der einzige Austausch mit der Welt da draußen. Er ist unbelastet von Beziehungen, die mit der Straffälligkeit in Zusammenhang stehen. Sie realisieren so schon innerhalb der Haftzeit die für eine gelingende Resozialisierung wichtige Erfahrung von „echtem Leben“.

Kirchencafé

An Fest- und Feiertagen (Ostern, St. Martin sowie in der Advents- und Weihnachtszeit) werden nach dem Gottesdienst Inhaftierte zum Kaffeetrinken eingeladen. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin bietet im Hafthaus II zusätzlich einmal im Monat ein „Kirchencafé“ an.

Knastkino

Monatlich wird einmal ein Kinoabend für ca. 10 Inhaftierte mit anschließendem Filmgespräch angeboten.

Kunstwerkstatt

Zeigen und erfahren zu können, dass man außer „krummen Dingern“ noch etwas anderes zustande bringt, ist wesentliches Ziel der Kunstwerkstatt, die in der Regel einmal im Jahr an fünf Nachmittagen und zwei Samstagen in der JVA angeboten wird.

Je nach Themenschwerpunkt hat die Arbeit dort einen eher künstlerischen oder handwerklichen Schwerpunkt. Auf dem Programm standen bislang zum Beispiel Malerei, Skulpturenbau, Buchbinderei, Arbeit mit Leder, Töpferei. Es entsteht Nützliches und Schönes, vor allem aber eine Atmosphäre von gegenseitiger Unterstützung und Anerkennung von Fertigkeiten und Fantasie. Dass man bei der Arbeit nebenbei über andere Themen reden kann als über die üblichen Knastthemen, ist alles andere als nebensächlich.

Die fachliche Anleitung und das notwendige Material stellt der Gefängnisverein.

Schachclub

Seit Dezember 2009 trifft sich der Schachclub „Nette Leute spielen Schach“. Geleitet wird er von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter. Hier können bis zu 10 Inhaftierte einmal monatlich für 2½ Stunden ihr Können mit anderen messen bzw. das Schachspielen erlernen.